GROSSE
LANDESLOGE
DER
FREIMAURER
VON
DEUTSCHLAND
–
FREIMAURERORDEN
TEXTE
ZUR INFORMATION
Das
freimaurerische Geheimnis
Immer wieder
hört man von einem freimaurerischen Geheimnis. Wie verhält es sich
damit?
Das Geheimnis der Logen ist
nicht materieller Art, sondern gelebte Tugend. Diese kann
erlebt, erschaut und geübt,
aber nicht gelehrt und übertragen werden. Ihr Inhalt ist
nicht
fixierbar; denn das Wissen
vom menschlichen Sein ist im ewigen Fluß.
Wenn die
Freimaurerei kein Geheimbund ist, warum werden dann von seinen
Mitgliedern
Verschwiegenheitsverpflichtungen
verlangt?
In den
Steinmetzbruderschaften des Mittelalters war die Kenntnisvon Zeichen und
Paßwort
ein streng gehütetes
Geheimnis. Für den in der Regel des Lesens und Schreibens
Unkundigen
hing die Höhe des Lohnes
davon ab. Heute besitzen derartige Kenntnisse
selbstverständlich
nur noch symbolischen Wert.
Wenn ihre Bewahrung dennoch jedem Freimaurer zur Pflicht
gemacht wird, geschieht das
aus pädagogischen Gründen, als Übung zur Verschwiegenheit
und Selbstbeherrschung. Die
Kunst des Schweigens, in unserer Zeit vielfach verlernt,
fördert
die Besinnung und die
Fähigkeit wieder zuhören zu können. Ihr Erwerb gehört zur
Vervollkommnung, ohne sie
kann es kein Vertrauen geben. Mit anderen Worten:
Schwätzer
sind bei uns fehl am
Platz.
Ist das Erlebnis
einer Bruderschaft für die Freimaurerei als tragender Grund
ausreichend?
Verläßt sich
damit in der Loge der einzelne nur auf Menschen einer
Gemeinschaft?
Seit Bestehen der
Freimaurerei haben viele Millionen Brüder in aller Welt
dieses
"Geheimnis" als wertvollen
Schatz gehütet und ihn von Generation zu Generation
weitergegeben. Die aus
Vertrauen, Brüderlichkeit, Duldsamkeit erwachsene Hinwendung
zum
Du des anderen, des
Andersdenkenden, bedeutet kein einfaches Verlassen auf
eine
Gemeinschaft von Menschen.
Das gemeinsame Erlebnis macht das Geheimnis aus